Herzlich Willkommen im „Wolkenrasen“, dem größten Stadtteil Sonnebergs

Vogelperspektive wolke14
Vogelperspektive – unser Stadtteil, mittendrin das Stadtteilzentrum „Wolke 14“.

Die Geschichte des Wolkenrasens begann mit dem Spatenstich der damaligen Bürgermeisterin und Vorsitzenden des Rates des Kreises Sonneberg, Frau Olga Brückner, im Jahr 1953.

Karl – Marx - Siedlung
Spatenstich für die „Karl – Marx - Siedlung“ im Wolkenrasen.

Damals herrschte in Sonneberg große Wohnungsnot, so dass der Neubau von Wohnungen dringend notwendig war. Das Gelände Wolkenrasen bot dafür erforderliche freie Flächen. Um eine (begehrte) Wohnung in diesem Neubaugebiet zu erhalten, mussten von den Antragstellern viele (Aufbau) Stunden im NAW (Nationales Aufbauwerk) geleistet werden. Wege, Leitungen für Strom, Gas und Wasser … entstanden dabei.

Von 1961 bis 1972 lag der Stadtteil Wolkenrasen im Grenzsperrgebiet. Es gab nur „angemeldete Besucher“, denn man brauchte einen Passierschein. Als Ausgleich für die Einschränkungen gab es den sogenannten „Sperrzonen- Zuschlag“. 

Mit dem Abschluss der Bebauung waren 3400 Wohneinheiten geschaffen wurden. Von 8000 Bewohnern im Jahr 1975 stieg die Bevölkerungszahl auf ca. 10.000 Einwohner im Jahr 1985. 

Seit 2006 sinkt die Einwohnerzahl (2010 waren es nur noch 5500), der Anteil der über 65 jährigen steigt jedoch stetig. Im starken Gegensatz dazu stehen ca. 3 % Kinder im Alter bis 5 Jahre. Die langjährigen Bewohner geben dem Quartier in Zeiten des demographischen Wandels Rückgrat. Im Wolkenrasen leben derzeit 22,7 % der Gesamteinwohner Sonnebergs.

Ab 1990 wurde mit dem Stadtumbau begonnen. Die bauliche Struktur veränderte sich. Es entstanden mehr Ein- und Zweifamilienhäuser. Um den Wolkenrasen zu entkernen, werden leergezogene Blöcke der beiden ansässigen Wohnungsbauunternehmen abgerissen.

In Sachen „Schule und Bildung“ ist der Wolkenrasen gut aufgestellt. Vier Schulen, darunter ein Schulzentrum, in dem die Kinder in der Grund- und Förderschule lernen, weiterführend können die Kinder des Stadtteils die Regelschule und das Gymnasium besuchen. Für die Kleinsten stehen drei Kindereinrichtungen im Stadtteil zu Verfügung. Jugendliche können im Jugendzentrum des DRK und der Kirchgemeinde ihre Freizeit gestalten. Außerdem haben für die Kinder und Familien der Schülertreff der Regelschule „Cuno Hoffmeister“, das Kinderhaus „Kunst und Spiel“(Kirchgemeinde) sowie im Stadtteilzentrum „Wolke 14“ der Eltern- Kind- Treff „Fuchs und Elster“ und die Hausaufgabenhilfe ihre Türen geöffnet. 

Mit der Eröffnung des Stadtteilzentrums „Wolke 14“ wurde eine soziokulturelle Begegnungsstätte, die viele Akteure und Besucher anzieht, im Stadtteil eingerichtet. Einkaufseinrichtungen, Schuhmacher, Frisöre, Gaststätten, Apotheken, Sozialkaufhaus, Senioreneinrichtungen, Sportstätten, Wohnungsunternehmen und Medinos- Klinik bieten den Bewohnern vor Ort gute Versorgungsbedingungen. 

Im Fazit lässt sich sagen, dass der größte Stadtteil Sonnebergs gut aufgestellt ist und viel Engagement in der sozialen, kulturellen, sportlichen oder integrativen Gemeinschaftsarbeit beweist. 

Mehr dazu auf den folgenden Seiten. Viel Spaß beim durchblättern.

 

60 Jahre Wolkenrasen

Grußwort der Bürgermeisterin

60 Jahre Wohngebiet Wolkenrasen

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

wo sich vor 60 Jahren noch Wiesen- und Ackerflächen aneinander reihten, steht heute das größte Sonneberger Wohngebiet - der Wolkenrasen. Nur noch der Flurname erinnert an die einst unbebaute freie landwirtschaftlich genutzte Fläche. 60 Jahre Wohnungsbau im Wolkenrasen - das ist für mich ein besonders schöner Anlass, Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln. Und es ist natürlich für uns alle ein Grund für ein zünftiges Wohngebiets-Jubiläumsfest.

Liebe Einwohner,

das 60jährige Bestehen des Wolkenrasens ist ein guter Grund sich an eine Zeit zu erinnern, als Wohnungen knapp waren und viele Familien beengt und mit wenig Komfort lebten. Der Wohnungsnotstand veranlasste den Rat der Stadt und den Rat des Kreises im Jahre 1952, den Wohnungsbau planerisch in Sonneberg vorzubereiten. Im September des darauf folgenden Jahres konnte die damalige Vorsitzende des Rates des Kreises, Frau Olga Brückner, dann auch den ersten Spatenstich für das Wohnbaugebiet „Wolkenrasen“ feierlich vollziehen. Sechs Jahrzehnte sind seither vergangen. Viele tausend Menschen haben im Laufe der Jahre hier gelebt. Über 4500 leben heute in diesem Gebiet. Ob Alt oder Jung, jeder hat seine individuellen Erlebnisse und Erinnerungen mit einem Wohnumfeld.

Viele der über 70- und 80-jährigen Einwohner haben die gesamte Entwicklung des Wolkenrasens oder einen sehr großen Teil davon selbst miterlebt. Sie können heute vom Werden und Wachsen des Stadtteils erzählen oder darüber, wie sie z. B. im ersten Selbstbedienungsladen Sonnebergs eingekauft oder später die Kaufhalle mit eröffnet haben. In den 70iger Jahren haben sie erlebt, wie der 150er Block und die großen Blocks dahinter in Richtung Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße entstanden sind. Diese Einwohner können die unendliche Geschichte beim Bau der Gaststätte „Am Wolkenrasen“ erzählen. Sie wissen noch genau, wie es in den Gasträumen zur Eröffnung ausgesehen hat. Wenige Jahre später konnten sie dann den Verfall der Einrichtung miterleben, den Abriss und dann 2008 – 2009 den Bau des neuen Stadtteilzentrums. Seit der Einweihung im August 2009 ist

die Einrichtung eine Heimstatt für viele Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen geworden. Dieses Pilotprojekt, das mit Unterstützung vom Bund und vom Land entstand, ist zur Erfolgsgeschichte geworden, die sich auf die Lebensqualität vieler Menschen positiv auswirkt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser der Broschüre,

ich erinnere anlässlich des Stadtteiljubiläums daran, was schnell vergessen wurde: Die Neubauten im Wolkenrasen brachten in den 60er,70er und 80er Jahren vielen jungen Familien für die damalige Zeit überdurchschnittlich gute Wohnbedingungen. Für Viele war Mitte der 70er Jahre eine Fernheizungswohnung im Wolkenrasen etwas Erstrebenswertes. Es war schwer, an eine solche Wohnung zu kommen und es mussten bestimmte Kriterien erfüllt werden, bis man endlich auf die Warteliste gesetzt wurde. Verheiratete Paare ohne Kind hatten kaum eine Chance. Am Besten standen die Aussichten für Schichtarbeiter mit Familie. Manchmal reichten auch „die guten Beziehungen“ aus, um einziehen zu können. Können Sie sich vorstellen, dass die Wohnungsbau oder die VWG heute einen Mietinteressenten danach fragt, ob er Montage- oder Schichtarbeiter ist? Bei den meisten jungen Leuten würde das sicherlich auf absolutes Unverständnis stoßen. So haben sich die Zeiten geändert!

Nach der Wende kam die Plattenbausiedlung wegen der hohen Wohndichte als Wohngetto kurzzeitig in Verruf. Viele Familien bauten selbst Häuser oder zogen in andere Wohnlagen ohne Standardwohnraum mit mehr individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Vor 35 Jahren wiederum hätte keiner geglaubt, dass im Wolkenrasen jemals eine Wohnung leer stehen würde. Und doch meine ich, im Wolkenrasen finden wir heute verhältnismäßig wenige Wohnungen, die nicht vermietet sind. Das ist ein großer Verdienst der Wohnungsunternehmen - der Wohnungsbau GmbH Sonneberg und  der Vereinigten Wohnungsbaugenossenschaft Sonneberg e. G. Viel wurde in die Sanierung der Quartiere im Wolkenrasen investiert.

Es ist sehr erfreulich, dass nicht eine der sanierten Wohnungen frei ist. Diese Tatsache belegt einerseits, dass es genügend Sonneberger Bürger gibt, die im Wolkenrasen wohnen möchten, und es zeigt auch andererseits, dass die vielen Baumaßnahmen im Rahmen der Wohnumfeldgestaltung Wolkenrasen greifen und angenommen werden. Heute sind wichtige Straßenzüge, wie die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, komplett saniert, Verkehrskreisel wurden angelegt, Plätze umgestaltet und verschönert, Bäume gepflanzt sowie neue Rasenflächen angelegt. Doch nicht nur das: Die Stadt Sonneberg hat alle drei Kindertageseinrichtungen grundlegend saniert und modernisiert. Es gibt heute einen Wohngebietspark, einen Planetenweg und vieles andere mehr.

Der Wolkenrasen ist ein wichtiges Stück jüngerer Stadtgeschichte und Teil unserer eigenen persönlichen Lebensgeschichte. Es ist unsere Pflicht dafür Sorge zu tragen, dass ein Fünftel Sonneberger Bürgerinnen und Bürger gerne in diesem Wohngebiet leben.

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

der Wolkenrasen hat Grund zum Feiern und ich wünsche Ihnen und allen Gästen viel Spaß dabei. Den Wohnungsunternehmen danke ich für die Unterstützung und Mitwirkung bei der Vorbereitung des Festes. Ihnen, liebe Einwohner, wünsche ich viele schöne Erinnerungen beim Lesen der interessanten Broschüre zur Geschichte des Wolkenrasens. Mein Dank gilt allen, die daran mitgearbeitet haben.  Der Festwoche zum Stadtteiljubiläum wünsche ich gutes Gelingen.

Hier können Sie ein paar Eindrücke der verschiedenen Veranstaltungen zur Festwoche "60 Jahre Wolkenrasen" sehen.

20 Jahre Cuno-Hoffmeister-Schule

Seit dem Frühjahr 1992 trägt die ehemalige Otto Grotwohl Schule in der Erich-Weinert-Straße den Namen "Staatliche Regelschule Cuno Hoffmeister". Das 20jährige Jubiläum wird mit vielen Aktivitäten, unter anderem einer Wanderung zur Sternwarte auf dem Erbisbühl in Sonneberg/Neufang, groß gefeiert. Hier hat Cuno Hoffmeister gewirkt und wissenschaftlich gearbeitet. Höhepunkt dieses Jubiläums ist die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Verein "Freunde der Sternwarte e.V." und der Regelschule "Cuno Hoffmeister" die in den Räumen der Sternwarte am 3. Mai 2012 stattfand.

Ein weiterer Höhepunkt für die Cuno-Hoffmeister-Schule war die feierliche Enthüllung der Namenstafel am 11.12.2012 durch die Landrätin Christine Zitzmann, dem Schuldirektor Herrn Meusel dem Leiter des Astromomiemuseums der Sternwarte Herrn Weber und dem Vorsitzenden des Vereins "Freunde der Sternwarte Sonneberg e.V. Herrn Bräuer. In ihren Ausführungen wurde das Schaffen und Wirken Cuno Hoffmeisters für die Stadt Sonneberg, die Wissenschaft und der Astronomie gewürdigt.

Aktuelle aus dem Wohngebiet